Fasten-Endspurt

Am Aschermittwoch überschlagen sich Zeitungen, Radio und TV mit Berichten über mehr oder weniger sinnvolle Formen des Verzichts. Wie man es überhaupt ohne Kaffee, Alkohol, Fleisch und Süßigkeiten so lange aushalten kann? Vom Verzicht auf Facebook oder gar das Handy ganz zu schweigen.

Doch jetzt, da sich die 40 Tage des bewussten „Nein“ zu allerlei Genussmitteln oder auch zu Medien-Konsum mit Suchtpotenzial dem Ende neigen, kräht kaum ein Hahn danach. Obwohl gerade im Fasten-Endspurt der starke Wille nochmals auf eine harte Probe gestellt wird.

Einkaufsprospekte quellen schon Wochen vor dem Fest über vor Angeboten: Schokohasen, Pralinen, deftige Steaks und Lammbraten flattern uns ins Haus. Und auch beim „guten Tropfen“ zum Essen lässt die Auswahl keine Wünsche offen. Streaming-Dienste schalten fast täglich neue Serien frei, Pay-TV-Sender „verschenken“ ihre Pakete und Mobilfunkanbieter locken mit üppigen „Daten-Eiern“. Wer will sich da noch in Abstinenz üben? Aber nein, jetzt ziehen wir unser selbst auferlegtes Fastenprogramm auch noch die letzten Tage bis Ostersonntag durch.

Aus persönlicher Erfahrung in etwa zehn Jahren kann ich den bewussten Verzicht nur empfehlen. Denn Fasten reinigt nicht nur den Körper. Es schärft auch den Geist weit über Ostern hinaus dafür, nicht gleich wieder allen Verlockungen zu erliegen. Weniger, aber besseres Fleisch, seltener Alkohol und Kaffee. Und auch das Mobiltelefon muss nicht rund um die Uhr auf Empfang sein.

Egal ob Fastenfans oder -gegner – im Alltag tut es gut, wenn der bewusstere Umgang mit Genuss und Konsum etwas anhält. Und wenn spätestens zum Jahresende alle guten Vorsätze über Bord geworfen sind, bleibt Hoffnung: In der kommenden Fastenzeit haben wir wieder die Chance zu entschlacken – körperlich und geistig.

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