Rauf aufs Rad – was wir uns von Dänen abschauen können

Um Mobilität dreht sich bei unseren Kunden aus der Logistik und der Verkehrsbranche alles. Klar, dass das Thema auch für uns wichtig ist.

Ob mit unserem E-Mobil, per Rad oder zu Fuß: Auch wir wollen möglichst umweltfreundlich in Gütersloh und Umgebung unterwegs sein. Deshalb sind wir dieses Jahr erneut mit einem Team bei der Aktion „Stadtradeln“ am Start. Drei Wochen lang gilt es, möglichst viel mit dem Rad zu fahren. Natürlich kriegt unsere kleine Equipe nicht so viele Kilometer auf die Kette wie heimische Großunternehmen, Radsportgruppen, die Stadtverwaltung oder die ADFC-Mitglieder. Darauf kommt es uns aber auch nicht an – wir nehmen es sportlich, dass wir im Gesamtklassement immer auf einen der hinteren Plätze abonniert sind. Immerhin steuerte unser tapferes Team im vergangenen Jahr von den insgesamt 132.000 Kilometern, die in Gütersloh zusammengestrampelt wurden, 637 Kilometer bei. Das ist nur eine Randnotiz, aber wir haben der Stadt und der Erde 90,5 Kilogramm CO2 erspart. Allein schon deshalb zählt jeder Kilometer.

Für unseren Kunden VDV – den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen – haben wir jüngst darüber berichtet, wie Kopenhagen in die Verkehrsinfrastruktur von ÖPNV und Fahrrad investiert. Mit Erfolg: Innerhalb der dänischen Hauptstadt fahren 62 Prozent der Einwohner mit dem Rad zur Schule oder zur Arbeit. Alle Kopenhagener Radfahrer kommen zusammen auf 1,4 Millionen Kilometer – pro Tag. Vor zwei Jahren gab es in der Stadt erstmals seit 1970, dem Beginn der Zählung, mehr Fahrrad- als Autoverkehr. Spannende Daten liefert die Cycling Embassy of Denmark – ein Netzwerk von Unternehmen, lokalen Behörden und NGOs, die sich als Fahrradbotschafter verstehen. Der Embassy zufolge erspart jeder Kilometer, der statt mit dem Auto mit dem Fahrrad zurückgelegt wird, der dänischen Gesellschaft einen Euro an Gesundheitskosten. Durch das Radfahren fallen im Großraum Kopenhagen jedes Jahr 1,1 Millionen weniger Krankheitstage an. Wenn das nicht auch Argumente für die deutsche Politik und die Arbeitgeber sind: Die einen könnten mehr in eine bessere Radwege-Infrastruktur investieren und die anderen zusätzliche Anreize schaffen, ihre Mitarbeiter zum Umsteigen zu bewegen.

Für mich gibt es fünf einfache Gründe, öfter aufs Rad zu steigen:

  • Radfahren macht Spaß: Das liegt an der Fortbewegung aus eigener Kraft an der frischen Luft.
  • Radfahren ist flott und flexibel – vor allem in der Stadt. Abseits viel befahrener Hauptstraßen gibt es attraktive Routen durch Parks, Wälder und ruhige Wohngebiete. Auf kurzen Strecken ist man von Tür zu Tür oft schneller unterwegs als mit dem Auto.
  • Radfahren ist gesund: Es stärkt die Fitness und baut Stress ab. Auch andere haben etwas davon. Radfahren produziert keine gesundheitsschädlichen Abgase, keinen Feinstaub und keinen Lärm.
  • Radfahren kostet nicht viel: Das Umweltbundesamt beziffert die Nutzungskosten eines Fahrrades auf rund zehn Cent je Kilometer. Anschaffung, Reparaturen und die Ausstattung wie Schloss, Regenklamotten oder wasserdichte Taschen sind schon eingerechnet.
  • Radfahren ist gut für das Klima: Wer nicht mit dem Auto unterwegs ist, vermeidet rund 140 Gramm CO2 pro Kilometer.

Für Strecken unter fünf Kilometern tritt ein Viertel aller Dänen in die Pedale. Natürlich sind unsere europäischen Nachbarn gegenüber dem teils hügeligen Ostwestfalen topografisch klar im Vorteil. Aber das kann ja für uns nur ein Ansporn sein. Denn auch nach dem „Stadtradeln“ zählt jeder Kilometer.

Mobilität Stadtradeln

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