Wenn die mit dem Glücksgen siegt

Harte Fakten zählen in unseren Agentur-Alltag. Normalerweise. Doch wenn es um das Kicktipp-Spiel zur Fußball-WM geht, werden sogar magische Kräfte beschworen. Wir wollten wissen: Wer verfolgt welche Strategie? Und wer hat überhaupt eine?

 

Auf Platz Eins der AD-HOC-WM rankt Nicole. Ihr Geheimnis klingt so schlicht wie unnachahmlich: „Ich habe auf mein Glücksgen gesetzt. Damit bin ich gar nicht schlecht gefahren.“ Das war ostwestfälisch für: „Hey Leute, ich bin die Größte!“ Natürlich verfügt Nicole über jede Menge Fachwissen aus der vorherigen WM. Doch wir glauben ihr, wenn sie sagt, dass sie sich wirklich kein einziges Qualifikationsspiel angeschaut hat. Umso fleißiger tauscht sie Panini-Bildchen. Es heißt, dass sie Spieler-Porträts als Tarot-Karten nutzt. Aber das ist nur ein Gerücht.

Chefstratege Ludger – Sieger 2014 und 2016 - braut seinen persönlichen Zaubertrank. Der besteht aus „gesundem Fachwissen, Einschätzung der Mannschaft, Erfahrung manchmal auch“. Beispiel Brasilien: „Die sind wie Bayern München, nur eben in Südamerika.“

Nebenan wirft Hendrik Münzen, um die nächsten Spiele vorauszusagen. Ansonsten beschwört er sein Bauchgefühl, nach dem Motto: Nicht lange überlegen: tippen. Art Director Lars zeigt dagegen keine Emotionen: „Man informiert sich, so gut es geht. Der Rest ist Glück.“ Wir finden das verdächtig.

Tobi baut auf die Kraft der Statistik. Er folgt den Empfehlungen eines Mathematiker-Duos, das die WM mit allerlei statistischem Firlefanz 100.000 Mal durchgerechnet hat. So haben die Forscher für jedes (Vorrunden-)Spiel errechnet, welches Ergebnis mit welcher Wahrscheinlichkeit am Ende der 90 Minuten auf der Anzeigetafel stehen wird. Leider hält die Realität mit der Statistik nicht ganz mit, Tobi bewegt sich im Mittelfeld. Er selbst ist ratlos und weist jede Schuld von sich: "Die Wahrscheinlichkeit für einen deutschen 2:0-Sieg über Schweden lag bei 13,89 Prozent. Ein 2:1 lag nur bei 9,07 Prozent – war also nach menschlichem Ermessen quasi ausgeschlossen."

Elena, aktuell auf Platz fünf der AD HOC-WM-Tabelle, ist noch die Verzweiflung nach dem gestrigen Spieltag ins Gesicht geschrieben. Vor allem Portugal gegen Iran hat ihr zugesetzt. Bis dahin war sie eigentlich sehr erfolgreich mit Ihrer „Mischung aus Sachkunde und Bauchgefühl“.

Wenn wir genau hinschauen: Nicole wirkt ebenfalls angeschlagen. Ihre Glücksgen-Theorie steht seit gestern auf dem Prüfstand. „Schuld“ ist auch hier Portugal. „Du kannst dich einfach auf gar nichts verlassen“, seufzt sie. Für alle anderen Mitspieler heißt das: „Högschte Konzentration!“ Um ihre Führung im internen Kicktipp-Spiel auszubauen, hat Nicole nämlich die Taktik geändert. Anstatt Tipps für mehrere Spieltage im Voraus abzugeben, wettet sie nun immer erst kurz vor Anpfiff auf das Ergebnis. Also macht euch auf etwas gefasst…

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